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Sonntag 09. September 2018 - 21:24

Hoffnung für Flüchtlinge und Menschen am anderen Ende der Welt – 4000 Besucher beim Herbstmissionsfest der Liebenzeller Mission

Herbstmissionsfest 2018

BAD LIEBENZELL. Christen sollten Zeichen setzen, die das Evangelium von Jesus Christus hell aufleuchten lassen. Besonders gelte das in einer Zeit, in der die globalen Krisen und Kriege auch unser Land erreicht haben. Das sagte Missionsdirektor Martin Auch vor rund 4000 Besuchern beim Herbstmissionsfest der Liebenzeller Mission in Bad Liebenzell (Nordschwarzwald). Die meisten der Flüchtlinge suchten Schutz und bemühten sich, ein Teil unserer Gesellschaft zu werden, sagte Martin Auch. „Eine Minderheit von Migranten und von Deutschen aber missbraucht diese Freiheit und sät gezielt Bosheit und Hass. Auch als Missionswerk haben wir den Auftrag, neue Schritte zu wagen und unsere Komfortzone zu verlassen.“

 

Aus diesem Grund gründete die Liebenzeller Mission mit der Hoffnungsträger Stiftung die Hoffnungshäuser Bad Liebenzell. Mittlerweile leben dort 49 Menschen aus sieben Nationen. Neben den Flüchtlingen setzen sich ein Leiterehepaar, zehn Studenten und ein berufstätiges deutsche Ehepaar für die geflüchteten Menschen ein. „So wird das Evangelium praktisch und Integration kann gelingen“, sagte Martin Auch. Der Missionsdirektor blickte auch ans andere Ende der Erde, denn der Liebenzeller Mission sei es auch ein großes Anliegen, den Menschen in ihren Ländern vor Ort zu helfen. In Papua-Neuguinea sei Landflucht ein großes Thema. „Menschen verlassen ihre Dörfer und vor allem junge Leute ziehen die Reize der Großstadt an.“ Allerdings würden die meisten in einer der 60 illegalen Stadtrandsiedlungen enden – Orte mit Kriminalität, Drogen, Gewalt, Prostitution. „Unsere Missionsschwestern haben in den 1990er Jahren dort begonnen, sich um Kinder und Eltern zu kümmern“, erinnerte Martin Auch. Heute arbeiteten 25 einheimische Mitarbeiter gemeinsam mit den Missionaren in diesem herausfordernden Umfeld. „Unsere Missionare arbeiten dort, weil Jesus seine Leute auch an den Rand der Städte schickt, auch an die ‚Hecken und Zäune‘ dieser Welt.“

Freudiges berichtete Martin Auch aus dem afrikanischen Malawi. Dort gründete die Liebenzeller Mission vor 25 Jahren ein duales Ausbildungszentrum. Die Studenten am „Chisomo-Zentrum“ werden als Schreiner und Pastoren ausgebildet, damit sie sich später im Dorf ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können. Fast 500 Personen wurden in dieser Zeit ausgebildet, jetzt konnte das Zentrum ganz in einheimische Hände übergeben werden.

 

In der Predigt sprach der Direktor der Liebenzeller Mission, Pfarrer Johannes Luithle, über das Motto der Veranstaltung: „Beschenkt“. Standardgeschenke seien Wein oder Blumen. Menschen würden meistens anlassbezogen schenken, z. B. zu Weihnachten oder Ostern. „Gott schenkt anders. Der Anlass bin ich. Weil Gott für mich ist. Weil er sein Auge auf mich geworfen hat.“ Gott schenke nicht irgendetwas Beliebiges. Er schenke etwas selbst Erzeugtes und sogar selbst Gezeugtes. „Mit Jesus Christus schenkt er sein Herz.“ Wenn Christus in das Leben von Menschen hineintrete, werde Leben verändert, so Johannes Luithle. Das Besondere an Gottes großem Geschenk für die Menschheit sei: „Er schenkt sich und du kannst und sollst und darfst nichts dazutun. Keine Vorleistung, einfach nur geschenkt.“

 

Über das Thema „Glaube als Beziehung“ sprach Prof. Dr. Mihamm Kim-Rauchholz. Sie ist Dozentin an der Internationalen Hochschule Liebenzell. Das Kennzeichen des christlichen Glaubens sei nicht, dass er den Menschen automatisch bewahrt vor Zweifeln, Enttäuschungen, Krankheit oder Tod. „Was den Glauben an Christus so besonders macht, ist, dass er eine Beziehung zu dem lebendigen und wahren Gott ist und dass er in den Stürmen des Lebens unseren Blick auf diesen Gott richtet.“ Der Beziehungsaspekt sei ein zentraler Wesenszug des Glaubens. „Es ist das unverkennbare Merkmal einer echten Liebe und auch Freundschaft, dass sie die Lasten des Anderen trägt ohne zu fragen: Ist das jetzt wirklich nötig?“ Nach dieser Unbedingtheit der Liebe sehnten sich alle Menschen, so Mihamm Kim-Rauchholz. Die Beziehung zu Gott sei nichts anderes, wenn sie denn eine wahrhaftige Liebesbeziehung sein soll: „Gott und ich, in guten wie in schlechten Tagen. Gemeinsam durch dick und dünn. Ob ich alles verstehe oder nicht.“ Glaube sei mehr als ein schönes, aber unpersönliches Ticket zum Himmel. Der christliche Glaube erfülle von seinem Wesen her die tiefste Sehnsucht der Menschen: geliebt zu werden und zu lieben.

 

Von einem ganz besonderen Sponsorenlauf berichtete Thomas Haid. Er ist Leiter Kommunikation bei der Liebenzeller Mission. Am Vortrag des Missionsfest liefen rund 140 Läufer bei „Missio Cross Challenge“ mit. Die Strecke verlief von Schwaigern bei Heilbronn bis nach Bad Liebenzell. An 17 Stationen konnten die Läufer ein- und aussteigen. Der Erlös des Laufs ging an die Aktion „Weltweit Hoffnung schenken“, mit der benachteiligte Menschen im afrikanischen Burundi unterstützt werden. Insgesamt kamen mehr als 20.000 Euro zusammen.

Der Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL), Prof. Dr. Volker Gäckle, sagte, dass zum Semesterbeginn 82 neue Studenten an der IHL sowie der Interkulturellen Theologischen Akademie ihr Studium begonnen hätten: „Sie sehen, wir haben wir volle Häuser“, so Gäckle.

 

In der Mittagspause konnten die Besucher ins Gespräch mit den Missionaren kommen. Für Kinder und Teenager wurde jeweils ein extra Programm angeboten. Die Liebenzeller Mission ist mit rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 25 Ländern eine der großen evangelischen Missionsorganisationen in Deutschland. Zweimal im Jahr veranstaltet sie Missionsfeste für Freunde und Interessierte. Das nächste Missionsfest ist an Pfingstsonntag 2019. Die nächste Großveranstaltung in Bad Liebenzell ist bereits am kommenden Samstag. Unter dem Motto „eXchange“ treffen sich junge Erwachsene zum Austausch über Jugendarbeit und Weltmission.