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Montag 03. September 2018 - 11:41

Theo und Carolin Hertler: Von Jetsettern, Musicals und einer Vision

SPANIEN. Seit 22 Jahren sind Carolin und Theo Hertler leidenschaftlich als Missionare in Marbella tätig – einer Stadt an der Costa del Sol, die vor allem als Ferienhochburg für den Jetset bekannt ist. Dort geben sie den Menschen von Jesus Christus weiter und bauen Gemeinde. Da die beiden gerade in Deutschland sind, haben wir ihnen vier Fragen gestellt.

 

Ihr arbeitet in einer exklusiven Touristenstadt, in der der Jetset verkehrt. Wie erreicht man in solch einer Stadt Menschen mit dem Evangelium?

 

Wir selbst haben meist nur durch unsere Gemeindemitglieder Kontakt zu den Exklusivtouristen. Unser Gemeindeältester Mario hält zum Beispiel die Pools vieler Villen in Stand. Dadurch hatte er schon oft Berührungspunkte mit wohlhabenden Feriengästen und konnte einigen sogar von Jesus weitersagen. Und er ist nicht der Einzige. Die meisten Menschen, die zu uns in die Gemeinde kommen, arbeiten für diese Klasse. Viele werden jedoch schamlos ausgenutzt und bekommen Mindestlöhne. Trotz der Ausbeutung und dem täglichen Kampf ums Dasein ermutigen wir die Menschen in unserer Gemeinde, an Jesus dran zu bleiben. Nicht wenige suchen in schwierigen Situationen Halt, und es kommen ständig neue Gottesdienstbesucher.

 

Ihr führt seit rund 20 Jahren christliche Musicals auf. Findet diesen Sommer wieder eines statt und wie steht die Stadt dazu?

 

Ja, kürzlich fand unser 9-tägiges Sommermusical statt, das sich an die biblische Geschichte vom verlorenen Schaf anlehnte. Vor Jahren war es noch ein langwieriger Prozess, eine Genehmigung zu bekommen. Doch inzwischen haben wir gute Beziehungen zur Stadt, und auch der Pluralismus hat in Spanien nicht Halt gemacht. Das Land öffnete sich für vieles, das nicht traditionell katholisch war. Doch nicht alles hatte einen positiven Einfluss, und so ist es den Bürgermeistern heute wieder wichtiger, dass Werte vermittelt werden. Wenn wir also bei der Stadt anfragen, betonen wir, dass wir nicht nur professionelles Musical zum Nulltarif anbieten, sondern auch Werte und Sozialkompetenz vermitteln. Und so haben wir auch diesmal Genehmigungen bekommen.

 

Gab es in letzter Zeit ein besonderes Erlebnis mit Einheimischen?

 

In den letzten Monaten fielen uns jeden Sonntag vier bis fünf neue Gesichter im Gottesdienst auf. Einer der neuen Besucher heißt Antonio. Er ist ein Freund von Pepe, der zu uns in die Gemeinde kommt. Pepe erzählte uns einmal, dass Antonio Krebs hat und im Krankenhaus liegt. Ohne ihn zu kennen, haben wir ihn besucht. Seit drei Wochen kommt er nun zu uns in die Gemeinde, und seine Familie begleitet ihn sogar ab und zu. Das ist für uns ein großes Wunder, und wir freuen uns, dass Antonio sein Leben Jesus gegeben hat. Auch eine Brasilianerin kommt nun regelmäßig. Die 40-Jährige stieß durch eine Vision zu uns, in der Gott zu ihr sprach. Sie möchte am liebsten alle biblischen Geschichten auf einmal kennenlernen, und nimmt an all unseren Angeboten teil. Es gibt noch so viele Beispiele, von denen wir berichten könnten. Marbella gleicht einem Flughafen. Viele Menschen landen, bleiben kurz und brechen dann wieder auf. Die Herausforderung für uns besteht darin, ihnen während ihres Aufenthaltes das Evangelium weiterzusagen.

 

Wofür können wir beten?

 

Für unsere rund 15 Mitarbeiter, die oft in einem geistlichen Kampf stehen. Manche haben ungeklärte Familienverhältnisse, andere einen nichtgläubigen Partner. Für viele ist es schwer, die Balance zwischen Familie und Gemeindearbeit zu halten. Viele haben zudem massive Gesundheitsprobleme. Trotzdem erleben wir Heilungen – nicht nur körperlich. Geistlich passiert hier so viel. Bitte betet für die neuen Gottesdienstbesucher, die sich in ihrem Lebensstil oft völlig umorientieren müssen. Teilweise sind okkulte Bindungen oder Praktiken da, die aufgegeben werden sollten. Danke für alle Gebete.