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Montag 20. August 2018 - 14:43

Reinhard und Cornelia Frey: Der Schein trügt

SAMBIA. Seit drei Jahren bilden die Liebenzeller Missionare Cornelia und Dr. (UNIMW) Reinhard Frey Pastoren und Gemeindemitarbeiter rund um Ndola aus. Zuvor war Reinhard als Pastor beim Liebenzeller Gemeinschaftsverband (LGV) tätig. Noch bis Ende August sind die beiden im Heimataufenthalt, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben sie getroffen und ihnen drei Fragen gestellt.

Reinhard, du reist immer mal wieder gemeinsam mit Mitarbeitern der sambischen Kirche zu Einsätzen in den Kongo, um dort Pastoren und Gemeindeleiter zu schulen. Ist das für die sambische Kirche ein erster Schritt hin in Richtung Weltmission?


Ja, der Gemeindeverband schaut zunehmend über den Tellerrand hinaus und der Missionsgedanke entwickelt sich. Bisher sind auch schon einige gute Kontakte entstanden. Vor allem in den oberen Gremien stoßen wir auf Akzeptanz. Nun ist es uns wichtig, die lokalen Kirchen mehr in die Arbeit mit reinzunehmen. Wir erzählen in verschiedenen Kirchen von unseren Seminaren und freuen uns, dass einige Gemeinden bereit sind, Geld und Naturalien für die Schulungseinsätze im Kongo zu spenden. Diese Arbeit ist natürlich spannend, denn plötzlich stehen sie vor ähnlichen Herausforderungen wie wir deutschen Missionare in Sambia: Sie verstehen die Sprache nicht und müssen lernen, wie sie mit den Bitten um Geld und Unterstützung seitens der Kongolesen umgehen.

Von 1986-2002 habt ihr schon einmal einen Missionseinsatz in Sambia absolviert. Jetzt, da ihr zum zweiten Mal da seid: Was hat sich im Land verändert?


Äußerlich hat sich sehr viel verändert. Das Land und die Menschen wirken sehr modern. Viele laufen mit ihrem Smartphone durch die Straßen. Es gibt mehr Autos, neue Gebäude und große Supermärkte, in denen es sogar Dr. Oetker Tiefkühlpizza oder Haribo-Tüten zu kaufen gibt. Doch der Schein trügt, denn die Verwurzelung im traditionellen Denken der Menschen hat sich nicht in dem Maße verändert. Entscheidungen werden weiterhin von den Älteren der Gesellschaft gefällt, die sehr auf die Einhaltung von Tabus und Werten achten – ganz gleich, ob in der Stadt oder auf dem Land. Ein Umdenken gibt es bei der jüngeren Generation. Das Wort Gottes muss vor allem zu dieser durchdringen, damit langfristige Veränderung stattfinden kann.

Was sind eure Wünsche für Sambia?


Wir wünschen uns für die Menschen in Sambia echte Lebensveränderung. Und diese ist eben nicht nur durch die äußeren Umstände möglich, sondern allein durch Jesus, der neues Leben schenkt. Außerdem wünschen wir uns für unser Team in Sambia noch mehr junge Theologen, die die Arbeit von uns Älteren weiterführen. Es ist wichtig, den neuen Missionaren genügend Zeit zu geben, sich in die Denkweise der Einheimischen hineinzufinden, um effektiv arbeiten zu können.