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Mittwoch 25. Juli 2018 - 15:01

Chisomo-Zentrum an Einheimische übergeben

MALAWI. Im Sommer 1993 wurde in dem kleinen malawischen Dorf Mbere der Grundstein für eine theologische und handwerkliche Ausbildungsstätte, das sogenannte Chisomo-Zentrum, gelegt. Dieses wurde seit jeher von Liebenzeller Missionaren geleitet. Doch bereits beim Bau hatten die Liebenzeller Mission und deren einheimischer Partnerverband, die Evangelikale Baptistenkirche von Malawi (EBCM), den Wunsch, dass das Zentrum eines Tages in einheimische Hände übergeht. Nun, nach 25 Jahren, ist es soweit: der malawische Pastor Edward Kandoje löst den Liebenzeller Missionar Joachim Berger ab, der die Bibelschule zuletzt seit 2011 geleitet hat. Damit bricht für das Chisomo-Zentrum eine neue Ära an.

Edward und seine Frau Agnes leben mit ihren sechs Kindern seit zweieinhalb Jahren in Chisomo. Nachdem er viele Jahre als Pastor im Süden des Landes und als Finanzverwalter der EBCM tätig war, kam Edward als Lehrer an die Bibelschule. „Schnell fiel auf, dass er nicht nur über die nötige theologische Kompetenz verfügt und als Pastor sehr geschätzt wird, sondern auch, dass er eine ausgeprägte Leitergabe hat und andere auf ihn hören“, berichtet Joachim. Das blieb auch der Kirchenleitung nicht verborgen. Es war also soweit: Die Kirche konnte sich vorstellen, dass Edward die Bibelschule als erster Malawier leiten würde. Das sah auch Joachim so, und sie berichteten Pastor Kandoje von ihren Überlegungen. Dieser zog sich mit seiner Frau zurück, um darüber zu beten. Denn er hatte große Angst, dass die Schule unter ihm zugrunde gehen könnte. Das Chisomo-Zentrum sei fortan schließlich ganz in malawischer Hand und in jeder Hinsicht selbstständig. Vor seiner Zusage stellte er daher klare Forderungen an die Kirche: „Edward weiß, dass die Schulleitung keine One-Man-Show ist, und er neben der Unterstützung durch seine Familie auch die der Kirche benötigt. Er möchte das Zentrum gemeinsam mit der Kirche vorwärtsbringen und Gutes tun“, ist sich Joachim sicher. Der Missionar freut sich, dass Edward zugesagt hat und er ihn seit einem Jahr in all seine Aufgabenbereiche einarbeiten darf. „Man kann sich das Amt des Schulleiters hier nicht wie in Deutschland vorstellen. Hier braucht es einen guten Überblick, denn neben fachbezogenen Aufgaben fällt auch viel nebenher an, wie etwa der Kauf von Nahrung oder Holz für die Werkstatt. Es braucht Zeit, bis man in allem drin ist“, erklärt Joachim.

Ende Juni wurde es dann offiziell: Pastor Kandoje erhielt im Rahmen der Absolvierungsfeier von 20 Schülern das Amt des Direktors. Bei den Feierlichkeiten hielt Joachim eine kurze Ansprache. Auch der Bischof kam zu Wort, und der Liebenzeller Missionar Michael Volz betete für die Familie. Den Abschluss bildete ein Lied der Schüler. „Es war ein schönes Fest und wir sind wirklich dankbar, dass mit Edward ein fähiger Leiter gefunden wurde und die Übergabe so gut verläuft. Auch freuen wir uns, dass er von den anderen Lehrern, die größtenteils schon viel länger hier sind, akzeptiert wird, und hoffen, dass sie auch bei unbequemen Entscheidungen hinter ihm stehen.“ Für Joachim und seine Familie geht die Zeit am Chisomo-Zentrum nun zu Ende, und sie kommen im September in den Heimataufenthalt nach Deutschland.