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Mittwoch 06. Juni 2018 - 12:16

Plötzlich Lehrerin und Mama

NIGERIA. Als Missionarstochter in Bangladesch aufgewachsen, reizten Michaela Auch schon immer andere Kulturen. Nachdem ihr Vater einmal von einer Dienstreise zurückkam und von der Liebenzeller Missionarin Crystal Gosnell und deren Arbeit in einem nigerianischen Kinderheim erzählte, fesselte das die damals 21-Jährige. Über die Jahre ging ihr das Gehörte nicht aus dem Sinn, bis sie sich Ende letzten Jahres schließlich für einen impact-Kurzeinsatz bei der Liebenzeller Mission USA für das sozialmissionarische Projekt bewarb und bald eine Zusage erhielt.

Im Februar kam Michaela dann auf dem Gelände von „Ministry of Mercy“ (MoM) an, wo sie rund 70 Mitarbeiter und 280 Waisen und verstoßene Kinder herzlich empfingen. Das Gelände ist Teil eines Dorfes. Angedacht war, dass die gelernte Erzieherin die Kindergartengruppen unterstützt, doch wurden diese Pläne zunächst durchkreuzt: „Wegen Lehrermangel bekam ich Erstklässler anvertraut, um sie in Englisch, Mathematik und Gesundheit zu unterrichten. Eine Aufgabe, durch die ich viel dazulernen durfte“, erzählt die 26-Jährige. Doch blieb das nicht die einzige Herausforderung: „Da ich zuletzt mitten in Stuttgart gelebt hatte, war ich viele Freiheiten gewohnt, die es hier nicht gibt. Beispielsweise wurde ich gebeten, die Station aus Sicherheitsgründen nicht alleine zu verlassen. Meine Einkäufe werden sogar für mich erledigt.“ Somit spielt sich für Michaela alles auf dem MoM-Gelände ab, wo sie sich gemeinsam mit Crystal und 13 Kindern eine Wohnung als „Familie“ teilt. Der Alltag ist reich und wertvoll, auch wenn sie sich Momente, in denen sie sich zurückziehen kann, bewusst freischaufeln muss, da immer ein Kind Aufmerksamkeit sucht oder ein Baby schreit.

Und immer wieder kommen weitere Kinder hinzu, die am Tor abgegeben werden. Erst kürzlich brachte ein Mann einen Säugling, weil dessen Mutter bei der Geburt gestorben war. Das sei in Nigeria keine Seltenheit. Da alle 15 für die Neuankömmlinge zuständigen Mitarbeiterinnen keine Kapazitäten mehr frei hatten, wurde Michaela vom einheimischen Stationsleiterehepaar gefragt, ob sie das Kind in ihre Obhut nehmen könnte. Sie war sich unsicher, da eine aufgebaute Bindung durch ihren sechsmonatigen Einsatz, im Juli enden würde. Weil sie nicht wusste, was sie tun sollte, betete Michaela und las in der Bibel. Dabei stieß sie auf Matthäus 18,5: „Und wer solch ein Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.“ Dieser Vers saß und sie sagte zu. Seither ist die kleine Mardhia überall mit dabei, und wenn Michaela mal nicht weiter weiß, steht ihr Crystal zur Seite: „Ich bin echt dankbar für sie. Crystal ist mir ein großes Vorbild, wie sie den Kindern Gottes Liebe weitergibt und in allem den Überblick behält.“

Dankbar ist Michaela auch besonders für ihre Familie, ihre Freunde und Liebenzeller Schwestern, die sie im Gebet tragen. Und das spürt sie: „Ich merke oft, wie Gott mir zur richtigen Zeit Ermutigungen schickt.“ Trotz der Herausforderungen und obwohl sie sich manchmal nach Zuhause, einem Fernsehabend oder einer kalten Cola sehnt, richtet die impactlerin ihren Blick immer wieder schnell auf das, was sie wirklich zum Leben braucht: „Diese Dinge befriedigen kurzzeitig, aber Gott brauche ich immer.“ Wie es nach ihrem Einsatz weitergeht, weiß Michaela noch nicht, doch eins ist sicher: Sie vertraut auf Gottes Führung.