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Mittwoch 04. April 2018 - 15:00

Verschiedener geht’s kaum: impactlerin Lea begegnet Christen in einer anderen Welt

PAPUA-NEUGUINEA. Fernab jeglicher Zivilisation liegt Niksek, ein kleines Buschdorf im Hunstein-Gebirge südlich des Sepiks. Es ist auf schmalen Pfaden durch den Regenwald oder mit einem Kanu über den April-Fluss zu erreichen. Dorthin machte sich die impactlerin Lea Semler, die einen Kurzeinsatz auf der pazifischen Insel absolviert, gemeinsam mit den Liebenzeller Missionaren Brigitte und Gerhard Stamm auf, um die rund 400 Bewohner durch Gottes Wort zu ermutigen.

In Niksek lernte Lea schnell eine junge Frau in ihrem Alter kennen und die beiden begannen, sich in der Stammessprache „Pidgin“ auszutauschen. Dilma, die im Dorf aufwuchs, erzählte, dass sie bis zur achten Klasse in einem weit entfernten Dorf flussaufwärts zur Schule ging und sich danach für einen Job bewarb. Dann unterbrach sie ein kleiner Junge, der auf sie zu rannte und „Mama, Susu!“ („Mama, Milch!“) rief. Lea traute ihren Ohren kaum: „Ich war mir sicher, dass es sich um eine Verwechslung handelte, aber sie fing tatsächlich an, das Kind zu stillen.“ Während der Junge trank, fuhr Dilma fort. Sie erzählte, dass sie den Job nicht bekam, weil sie eine Voraussetzung nicht erfüllte: Sie war nicht getauft. Das versetzte der damals 14-Jährigen, die christlich erzogen wurde und seit klein auf Jesus im Herzen trägt, einen schweren Schlag. Sie hatte keine andere Wahl, als nach Niksek zurückzukehren. Dort heiratete sie bald einen Mann aus dem Nachbardorf und bekam mit 15 Jahren ihr erstes Kind. Nun arbeitet sie viel im Garten und zieht die Kinder groß. Natürlich wollte Dilma auch mehr über Lea erfahren und nahm sie mit auf einen Spaziergang. Ihre Kinder blieben währenddessen beim Vater: „Ich war überrascht, dass ihr Mann auf die beiden aufpasste, denn das ist alles andere als selbstverständlich in dieser Kultur“, berichtet Lea.

Die beiden 19-Jährigen gingen einen schmalen Buschpfad entlang, der in das nächste Dorf führt. Dieses liegt jedoch zwei Tagesmärsche entfernt. Lea erzählte von ihrer Familie in Deutschland, ihren Erlebnissen während ihres derzeitigen Einsatzes bei der Liebenzeller Missionarsfamilie Wälde in Wewak und ihren Studienplänen. Dilma war begeistert und sagte, dass sie gerne Sekretärin geworden wäre, nun aber nicht mehr aus dem Busch herauskomme. So wie ihr ginge es vielen jungen Frauen. Dann erreichten die beiden einen Waschplatz am Bach. Dilma zeigte Lea, wie sie ihre Kleider mit Seife bürstet und sie probierten es gemeinsam aus. Als sie fertig waren, kehrten sie ins Dorf zurück, wo einige Frauen gerade in Palmenblätter eingewickeltes Fleisch und Wurzelgemüse in einem glühenden Erdhaufen zubereiteten.

Nach dem Essen fand ein Gottesdienst statt, bei dem Gerhard die Predigt hielt. Dilma und ihr Mann kamen auch hinzu. Lea war überrascht, denn Dilma hatte ihr am Fluss erzählt, dass ihr Mann nur wenig Interesse am christlichen Glauben hat. Später, als sie Dilma darauf ansprach, erklärte diese: „Es hat viel Kraft und Zeit gekostet, ihn zu überreden, dass er mitkommt, aber es ist mir wichtig, dass er mehr über Jesus erfährt und ich bete, dass er ihn eines Tages kennenlernen wird.“ Über so viel Ausdauer und Beherztheit – im Alltag, aber auch in der Beziehung zu Jesus Christus – konnte Lea bei ihrem Besuch nur staunen.