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Montag 12. März 2018 - 16:00

Kalte Straßen, warme Herzen

KANADA. Bei minus 25 Grad auf der Straße leben: Das ist für viele unvorstellbar, doch für tausende Menschen in Toronto eiskalte Realität. Auch der gebürtige Italiener Ernesto zählt zu den sozial Schwächsten in der Millionenmetropole. Obwohl er einst als Koch gearbeitet und später sogar ein Baugeschäft geleitet hatte, lebt der 75-Jährige heute in großer Armut. Doch kann seine Lebensfreude nichts trüben, denn er hat etwas, das ihm viel mehr Sicherheit gibt als Geld: Er trägt Jesus Christus in seinem Herzen.

Jeden Montag geht Ernesto ins Dale – eine Kirchengemeinde ohne festen Sitz, die sich regelmäßig in verschiedenen Räumen im Künstlerviertel der Stadt trifft. Dort lernte er im Herbst die impactlerin Debora Kümmel kennen. Die 18-Jährige, die als Missionarskind in Kanada aufwuchs und nun einen Kurzeinsatz bei der Liebenzeller Missionarsfamilie Mattmüller absolviert, hilft ab und zu beim Mittagessen im Dale. Ohne Berührungsängste setzt sie sich zu den Obdachlosen an den Tisch und unterhält sich mit ihnen. Auf diesem Weg lernten sich auch Debora und Ernesto kennen.

Wenige Wochen später fand eine große Weihnachtsfeier statt. Dabei kamen die beiden erneut ins Gespräch – diesmal über Weihnachten. Obwohl Debora Ernesto als einen lebensfrohen Mann kennenlernte, hielt sie bei diesem Thema die Luft an: „Ich ging davon aus, dass Weihnachten keine einfache Zeit für ihn ist“, schildert die 18-Jährige. Eisige Kälte, Einsamkeit und finanzielle Not – all das ging ihr durch den Kopf. Umso mehr überraschte sie Ernestos Reaktion. Mit leuchtenden Augen sagte er: „Weißt du, für mich passiert Weihnachten in meinem Herzen. Ich laufe die Straßen entlang, aber niemals alleine. Jesus ist an meiner Seite. Ich brauche keinen Raum, keine Kirche, um zu beten. Ich bete einfach an der Straßenecke zu Gott und er hört mich trotzdem.“ So wurde Debora neu bewusst: „Gott ist das Licht in der Dunkelheit. Seine Liebe und Hoffnung, die wir in Jesus finden, offenbart sich auch in den Menschen, die uns oft so hilflos erscheinen.“ Als sie spät abends nach Hause lief, richtete sie ihren Blick nicht mehr auf die auffälligen Straßenlichter und Dekorationen, sondern auf die Menschen, denen sie begegnete.