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Donnerstag 07. Dezember 2017 - 16:00

„Star Trek“-Fan begegnet Jesus

BERLIN. Als Sohn eines Soldaten kannte Matthias Schönau das Gefühl von Heimat kaum. Oft musste die Familie umziehen und in verschiedenen Städten der DDR neu Fuß fassen. Als die Wende kam und sein Vater länger in Dresden stationiert war, dachte der damals 12-Jährige, er könne endlich ankommen. Doch schnell stellte sich heraus, dass der nächste Umzug kurz bevor stand: Seine Eltern ließen sich scheiden und seine Mutter nahm die beiden Kinder mit in das 200 Kilometer entfernte Berlin.

Dort angekommen, sehnte sich Matthias nach Beständigkeit und väterlicher Orientierung. Da er – wie in der DDR üblich – atheistisch erzogen wurde, konnte er beides nicht in Gott suchen. Stattdessen bot ihm die Sciene-Fiction-Serie „Star Trek“ Halt. Sie ließ den Jugendlichen in phantastische Abenteuer eintauchen und zeigte ihm ein Vorbild auf: „Captain Picard, der kommandierende Offizier der Serie, war für mich eine Vaterfigur mit humanistischem Geist“, erinnert sich Matthias. Obwohl ihn „Star Trek“ bis ins Erwachsenenalter begleitete, fiel es Matthias schwer, auch im realen Leben eine Konstante zu finden.


„Ich musste etwas riskieren"


Als ihm dann der erste Versuch seiner Masterthesis missglückte, fasste der studierte Diplom-Medieninformatiker einen weitreichenden Entschluss: „Es war an der Zeit, mein Leben zu ändern. Ich musste etwas riskieren.“ ER zog in eine WG nach Köpenick. Dort unterstütze er ein privat organisiertes Wohnprojekt, bei dem viele Bewohner – wie Matthias auch – große „Star Trek“-Fans waren. Matthias leitete Fantasy-Rollenspiele und arbeitete hauptsächlich mit Jugendlichen. Es dauerte nicht lange, da vertrauten sie ihm ihre Probleme an und baten um Rat. „Ich ratschlagte nach Gefühl, war jedoch häufig überfordert und hatte Schwierigkeiten, viele dieser Lebensgeschichten zu verarbeiten“, erzählt der heute 40-Jährige. In dieser Zeit stieß André in die Gruppe. Er berichtete Matthias von der Jungen Kirche Berlin (JKB) und bot an, ihn dorthin mitzunehmen. Matthias folgte der Einladung – ohne zu ahnen, dass dies nicht sein letzter Besuch in der JKB sein würde.


Wissenschaft oder Glaube?


„Lange Zeit war die Gemeinschaft seine Motivation, zu uns in die Gemeinde zu kommen“, erinnert sich der Liebenzeller Mitarbeiter Nathanael Bader, Pastor der JKB. Obwohl Matthias als wissenschaftlich begeisterter Informatiker dem christlichen Glauben zunächst skeptisch gegenüberstand, machte dieser ihn neugierig: „Ich spürte plötzlich, wie sich meine private und berufliche Situation durch die Besuche in der Gemeinde und das gemeinsame Bibellesen im Hauskreis stabilisierte“, sagt er. Auch stellte er fest, dass seine Lieblingsserie eine höhere, alles steuernde Identität nicht ausschließt. Matthias stand zwischen zwei Welten: Die der Wissenschaft und die eines lebendigen und dreieinigen Gottes. „Ich kam zu dem Schluss, dass sich Wissenschaft und mein Glaube nicht gegenseitig ausschließen“, sagt er. Und so ließ sich Matthias diesen Sommer im Beisein seiner Mutter und Schwester von Nathanael in der Spree taufen. Aus dem bekennenden „Star Trek“-Fan wurde somit schließlich auch ein bekennender Christ, der nach langem Suchen durch seinen himmlischen Vater Beständigkeit und Orientierung im Leben fand.