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Donnerstag 31. August 2017 - 15:00

Ein Leben voller Zwischenstationen

Studium an der ITA in Bad Liebenzell

BAD LIEBENZELL. Als Kind reißt ihn eine starke Strömung mit, in Kabul entgeht er nur knapp einem Raketenangriff und bei einem Attentat auf eine christliche Schule in Pakistan bleiben er und seine Mitschüler verschont – Benjamin durfte schon oft erleben, wie Gott ihn in der Not bewahrt. Als Missionarskind größtenteils in Süd- und Zentralasien aufgewachsen, führte ihn sein Weg mit 23 Jahren an die Interkulturelle Theologische Akademie (ITA) nach Bad Liebenzell. Er verrät uns, wie es dazu kam und wie ihn Leben und Studium auf dem Missionsberg geprägt haben.

Das Thema „Mission“ wurde Benjamin bereits in die Wiege gelegt: „Schon als Kind hatte ich das Anliegen, Menschen vom Glauben an Jesus zu erzählen“, sagt der heute 26-Jährige. Ebenso träumte er davon, Missionsarzt zu werden. Als er mit 18 Jahren von Pakistan nach Deutschland zurückkam und gerade sein Abitur in der Tasche hatte, begann er zwar kein Medizinstudium, dafür eine Ausbildung zum Krankenpfleger in Stuttgart. „Die Arbeit dort machte mir viel Spaß, aber der Wunsch, Menschen für Jesus zu begeistern, war größer.“ Er fühlte sich von Gott berufen, für einen Missionseinsatz nach Kambodscha zu reisen. Zwei Jahre arbeitete er in verschiedenen Slums und erzählte den Menschen die gute Botschaft von Jesus Christus.

Mit der Frage im Gepäck, wie es für ihn nach Kambodscha weitergehen sollte, flog Benjamin nach seiner ersten Einsatzhälfte für einen kurzen Aufenthalt zurück nach Deutschland. Während dieser Zeit erzählte ihm seine Mutter von den Studienmöglichkeiten in Bad Liebenzell. Diese Stadt war ihm ein Begriff, hat Benjamin doch während seiner Ausbildung die Biografie von Ernst Vatter gelesen. Er entschied sich kurzerhand, den Missionsberg als Gasthörer zu besuchen: „Vor allem das interkulturelle Konzept der ITA mit dem Auslandssemester in Kanada sprach mich Weltenbummler sofort an.“ Es dauerte nicht lange, da bekam Benjamin nach seinem zweiten Einsatzjahr die Zusage für sein Studium an der ITA.

„Nach meiner Zeit in Kambodscha freute ich mich besonders auf das Zusammenleben mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten“, erzählt er. Heute weiß Benjamin, dass die Gemeinschaft mit seinen Glaubensgeschwistern maßgeblich zu seinem geistlichen Wachstum beigetragen hat. Und so wuchs er nicht nur an den gemeinsamen Predigtdiensten und der Wohngemeinschaft auf dem Missionsberg, sondern er lernte auch seine persönlichen Grenzen kennen: „Meinen Tiefpunkt erlebte ich in Toronto – gerade in der Stadt, auf die ich mich so gefreut hatte“, erzählt er. Drei Monate lang plagten ihn starke Kopfschmerzen und er fühlte sich schwach. Die Ärzte waren ratlos. Niedergeschlagen saß der Student eines Tages in einem kleinen Park und rief: „Gott, ich kann nicht mehr!“ Gottes Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Zurück in Bad Liebenzell wurde Benjamin vom damaligen Leiter der Studien- und Lebensgemeinschaft, Klaus-Dieter Mauer, angesprochen, ob er eine Brille bräuchte. Es stellte sich heraus, dass er tatsächlich eine Brille benötigte und, dass diese ein wichtiger Schritt hin zur Lösung seiner Beschwerden war: „Es ist wunderbar, wie Gott durch den Kommentar von Klaus-Dieter geführt hat“, freut sich Benjamin. Einmal mehr erlebte er, dass Gott die Fäden seines Lebens in der Hand hält.

Seit seinem Studienbeginn wurde Benjamin vor allem ein Bibelvers wichtig, der ihn bis heute begleitet und trägt. Er steht in Jeremia 17, 7-8:
Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte.

Wann immer sich der Lernstoff ballte oder die Zeit fehlte, sich intensiv auf die Jugendarbeit oder Predigtdienste vorzubereiten, gab dieser Vers ihm Zuversicht: „Ich bin dankbar, dass meine Aufgabe nicht die Frucht ist, sondern, fest in Jesus verankert zu bleiben.“ Damit ihm das gelingt, hat Benjamin gelernt, sich Freiräume für seine persönliche Zeit mit Gott zu schaffen: „Die Stille Zeit am Morgen und bei Spaziergängen ist mir sehr wichtig, um aufzutanken. Auch lobe ich Gott gerne mit Liedern und spiele dazu Gitarre“, erzählt er. Solche festen Rituale und Zeiten möchte sich der ITA-Absolvent beibehalten, auch wenn er sein Studium nun abgeschlossen hat und ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Am letzten Wochenende hat er seine Frau Rebecca geheiratet. Gemeinsam mit ihr wird er für ein Jahr nach Korntal ziehen, um wieder als Krankenpfleger zu arbeiten und sich mit Rebecca in der Evangelischen Brüdergemeinde zu engagieren. Korntal wird voraussichtlich nur eine Zwischenstation sein. In Zukunft können sich die beiden eine internationale Gemeindearbeit oder einen Missionseinsatz vorstellen. „Durch das Studium in Bad Liebenzell fühlen wir uns gut ausgerüstet für den Dienst. Wir sind gespannt, was unser fürsorgender Vater für uns bereithält.“