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Samstag 05. August 2017 - 14:00

Rita und Daniel Mattmüller: Weil Jesus Menschen verbindet

Familie Mattmüller lebt in Toronto

Junge Menschen prägen und sie für den Dienst in der Weltmission vorbereiten: Das ist die Leidenschaft von Rita und Daniel Mattmüller. Seit fünf Jahren leben sie mit ihren vier Kindern in Toronto, der vermutlich multikulturellsten Stadt der Welt. Dort leiten sie das Trainingsprogramm für angehende Missionare und das Auslandssemester der Studenten der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA). Davor arbeiteten sie acht Jahre lang in Malawi und leiteten das handwerklich-theologische Ausbildungszentrum „Chisomo“. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland, um über ihre Arbeit zu berichten. Wir haben Daniel und Rita drei Fragen gestellt.

Ihr habt auf drei verschiedenen Kontinenten gelebt. Was bedeutet für euch Heimat?
Heimat bedeutet für uns schon irgendwie: Heimkommen nach Bahlingen am Kaiserstuhl, wo wir aufgewachsen sind und wo wir in den nächsten Wochen wohnen werden. Dort leben unsere Eltern, viele Verwandte und Freunde. Im engeren Sinne ist unsere Familie mit unseren vier Kindern Heimat für uns. Wir genießen es, durch unsere Arbeit in unterschiedlichen Ländern viele verschiedene Menschen kennengelernt zu haben. Oft kennt man diese Menschen aber erst seit ein paar Jahren. Es ist wohltuend, immer mal wieder auch Leute zu treffen, die man von klein auf kennt. Es ist wertvoll, Wurzeln zu haben.

Gibt es etwas, das Menschen in aller Welt verbindet?
(Daniel): Geistlich gesehen als Christ natürlich zu Jesus zu gehören. Wir haben es immer wieder erlebt, dass wir fremde Menschen kennengelernt haben und uns gleich mit ihnen verbunden gefühlt haben. Wenn man dann erfährt, dass das Gegenüber auch Christ ist, dann ist schnell eine gefühlte Nähe da. Man könnte vor anderen Menschen Angst haben, aber innerhalb der weltweiten Gemeinde Jesu ist irgendwie ein grundlegendes Vertrauen da. Jesus verbindet Menschen.
(Rita): In den letzten Jahren ist mir die Scheu vor Menschen etwas abhanden gekommen. Am Anfang unserer Zeit in Kanada habe ich mich nicht in allen Milieus wohlgefühlt. Ich habe gemerkt, wie viele Vorurteile ich selbst hatte. Menschen sind Menschen – egal wie erfolgreich oder arm sie sind. Menschen verbindet mehr als man denkt: Zum Beispiel die Sehnsucht nach Tieferem oder der Wunsch, eigene Verwundungen zu überwinden.

Ihr bereitet junge Menschen für ihren Dienst in der Weltmission vor. Was ist euer Wunsch für sie?
Wir wollen junge Menschen motivieren, ihr Leben selbst zu „durchsuchen“, wo es Bereiche gibt, die sie Gott vorenthalten wollen. In dieser Gefahr stehen wir alle. Aber es ist wichtig, alles vor Gott zu bringen. Es ist herausfordernd, aber es bringt uns auch weiter, die eigene „comfort zone“ zu verlassen. Wir wollen angehende Missionare ermutigen, sich von Gott auch an einen Platz führen zu lassen, an den sie zunächst nicht unbedingt wollen. Und es ist uns wichtig, dass sie auch eigene Vorurteile gegenüber sich selbst ablegen. Wir wünschen uns, dass viele Missionare lange im Missionsdienst bleiben und dass sie offen sind für junge Menschen, die einen Kurzeinsatz machen. Denn für viele ist das der Einstieg in einen langjährigen Einsatz als Missionare.