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Dienstag 04. Juli 2017 - 13:00

„Helfen macht Sinn und schenkt Reichtum für das eigene Leben“

Pfarrer Johannes Luithle, Martin Auch, Dr. Gerd Müller, Pfarrer Detlef Krause und Hans-Joachim Fuchtel (v. l. n. r.).

BAD LIEBENZELL. „Wir brauchen Menschen und Organisationen, die sich aus ihrer christlichen Überzeugung für Werte einsetzen.“ Das sagte der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, am 3. Juli 2017 im Rahmen eines Afrika-Themenabends der Liebenzeller Mission. Die Veranstaltung entstand auf Initiative des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Hans-Joachim Fuchtel.

Gerd Müller bedankte sich für die Einladung der Liebenzeller Mission und den weltweiten Einsatz von Missionswerken. „Der Einsatz für benachteiligte Menschen in aller Welt ist ein Gebot christlicher Nächstenliebe“, so Gerd Müller. „Ich rede eigentlich nicht davon, Fluchtursachen zu bekämpfen. Wir sollten nicht so materiell und egoistisch an das Thema rangehen. Humanität muss walten. Jeder Mensch auf der Welt hat das Recht auf ein würdiges Leben.“ Für Starke bedeutet das eine Verantwortung für die Schwachen. Das sei ein Leitprinzip der christlichen Soziallehre, so der Bundesminister. „Das gilt im Kleinen in der Familie und im Großen für die Völker weltweit. Dem ‚Ich’ müssen wir ein ‚Wir’ der Gemeinschaft entgegenstellen. Helfen macht Sinn und schenkt Reichtum für das eigene Leben.“

Beim Thema Afrika sei ihm besonders die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort wichtig. Deshalb habe er sein Konzept bewusst Marshallplan mit Afrika genannt, nicht Marshallplan für Afrika. Viele Menschen in Afrika hätten längst erkannt, dass es ein Schlüssel für die Entwicklung dieses Kontinents sei, Korruption zu bekämpfen und sich für Menschenrechte einzusetzen. „Mit diesen Menschen wollen wir zusammenarbeiten“, so der Minister. Maßstab dafür seien die eigenen Verpflichtungen der afrikanischen Staaten, die Agenda 2063 für nachhaltige Entwicklung der Afrikanischen Union. „Afrika braucht afrikanische Lösungen. Ein gemeinsamer Wert muss die Achtung und Wahrung der Menschenrechte sein“, so Gerd Müller.

Beim Themenabend Afrika mit dabei waren auch Sebastian und Cathrin Pfrommer. Die beiden werden sich in Malawi als Missionare der Liebenzeller Mission im Dorfentwicklungsprojekt „Ubwenzi“ (Freundschaft) engagieren. Im August reisen sie in das südostafrikanische Land aus. „Unser Wunsch ist, dass Menschen in Malawi, die oft einen hoffnungslosen Alltag haben, Perspektiven für ihr Leben bekommen.“ Seit dem Einsatz der Liebenzeller Mission im abgelegenen Chilonga-Gebiet sei die Grundwasserversorgung verbessert worden. Außerdem seien ein Kindergarten und eine Grundschule entstanden. „Um die Situation der Menschen vor Ort nachhaltig zu verbessern, ist Bildung ein wichtiger Schlüssel“, so die zukünftigen Missionare. Gerd Müller freute sich über das Engagement der jungen Missionare. Und er nahm sich für mehr als ein Dutzend Fragen der Zuhörer Zeit. Dabei spürten ihm die Besucher seine Leidenschaft für seine Arbeit und besonders für Afrika ab. Ob die Entwicklung des ländlichen Raumes, die Bildung von Frauen in Afrika oder die Förderung von Solarprojekten: Viele Lösungen lägen zum Greifen nahe. Konkret nannte Gerd Müller das Jahr 2030 als Ziel, das Hungerproblem gelöst zu haben. Zum Thema Migration sagte der Minister, dass der Westen deutlich mehr in den Herkunftsländern investieren müsse, damit die Menschen sich nicht gezwungen fühlten, sich in die Fänge der Schlepper zu begeben. „Gleichzeitig müssen Möglichkeiten der legalen Migration geschaffen werden. Wir wollen Brücken bauen, die beidseitig begehbar sind. Denn wir wollen Afrika nicht die besten und fähigsten Menschen wegnehmen.“

„Wir empfinden es als Zeichen der Wertschätzung, dass Sie nach Ihrem Besuch bei der Liebenzeller Mission im vergangenen Jahr erneut nach Bad Liebenzell gekommen sind. Damals hatten Sie versprochen wiederzukommen. Sie haben Ihr Versprechen gehalten“, freute sich der Direktor der Liebenzeller Mission, Pfarrer Detlef Krause. Afrika sei ein Schwerpunkt der Arbeit der Liebenzeller Mission. Deshalb freue ihn das Engagement von Gerd Müller für Afrika besonders, so Detlef Krause. Mit mehr als 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört die Liebenzeller Mission zu den großen evangelischen Missionswerken in Deutschland. Sie besteht seit 1899 und arbeitet aktuell in 25 Ländern weltweit.