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Donnerstag 15. Juni 2017 - 15:09

„Das Hamsterrad ist keine Himmelsleiter“ – Rund 550 Besucher beim Christustag in Bad Liebenzell

Ralf Albrecht, Anja Holland, Martin Wurster

BAD LIEBENZELL. Christen müssen sich den Himmel nicht selbst verdienen, sondern bekommen ihn durch Jesus Christus geschenkt. Das sagte der Nagolder Dekan Ralf Albrecht beim Christustag am 15. Juni im Missions- und Schulungszentrum der Liebenzeller Mission. Rund 550 Personen kamen zu der Veranstaltung nach Bad Liebenzell. Seit mehr als 60 Jahren treffen sich evangelische Christen an Fronleichnam zu einer der größten regelmäßigen Glaubenskonferenzen. Der Christustag fand in diesem Jahr in 15 Orten in Baden-Württemberg statt und stand unter dem Motto „Jesus sehen“. 

 

Es sei ein Grundgedanke vieler Religionen, dass sich Menschen durch ihre eigenen Leistungen ein Leben im Himmel erarbeiten können. Viele fühlten sich wie in einem Hamsterrad, in dem sie immer mehr leisten müssen, um eine Chance auf den Himmel zu haben. Das Christentum unterscheide sich deutlich von dieser Vorstellung. „Das Hamsterrad ist keine Himmelsleiter. Durch Jesus Christus ist der Himmel zur Erde gekommen. Jesus neu sehen heißt, Jesus allein zu glauben und von ihm weiterzusagen. Weil er sein Leben für uns Menschen gegeben hat“, so Ralf Albrecht. Wenn es darum geht, Menschen für kirchliche Angebote zu begeistern, dann sei dies weniger eine Frage des Ortes, sondern des Inhalts. „Entscheidend ist das, was die Leute sehen, wenn sie kommen.“ Wer anderen von Jesus weitersagen wolle, müsse bereit sein, selbst neu zu sehen. Albrecht empfahl seinen Zuhörern Augen und Ohren offen zu halten: „Beschäftigen Sie sich ein bisschen weniger mit dem Planen, sondern ein bisschen mehr mit dem Sehen, was Jesus im Vorübergehen tut.“ Zum Schluss seiner Predigt dankte Albrecht allen Menschen, die Gastfreundschaft leben. „Häuser und Terrassen zu öffnen, ist eine Möglichkeit, dass Jesus neu gesehen wird.“

 

Über Aktuelles aus der Landessynode der Württembergischen Kirche berichteten Martin Wurster, Anja Holland und Ralf Albrecht vom Gesprächskreis „Lebendige Gemeinde“: „Familie und Gemeinde sind Themen, die uns besonders bewegen. Es ist uns wichtig, dass diese Themen auch in der Synode mit einem besonderen Gewicht vorkommen.“ Ralf Albrecht sagte, dass die Lebendige Gemeinde klar für die Ehe von Mann und Frau stehe. Die Lebendige Gemeinde trete dafür ein, dass dies auch weiterhin im Kirchenrecht verankert bleibe. Da andere Gesprächskreise in der Landessynode hier zum Teil abweichende Positionen hätten, müssten immer wieder Kompromisse gefunden werden. „Kirche ist auch ein politisches Geschäft.“ Anja Holland bat die Zuhörer, für die Arbeit der Synodalen zu beten. 

 

In einer Bibelarbeit zum Thema „Jesus wiedersehen“ sprach Pfarrer Dr. Rolf Sons (Flein) über die Trauer der Jünger Jesu nach seinem Tod. Genau in der Phase ihrer größten Trauer sei Jesus ihnen begegnet. Das gelte auch Menschen heute: „Jesus geht mit, auf Augenhöhe, innerlich und äußerlich“ so Sons. So wie Jesus seinen Jüngern auf dem Weg begegnet ist, sei auch Seelsorge immer zuerst Wegbegleitung. Dabei gäbe es Situationen im Leben, die kaum in Worte zu fassen seien. Rolf Sons berichtete von der Trauerfeier für einen 15-jährigen Jungen, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. „Es war ein Klagegottesdienst, es war tief und schlimm.“ Dann sei der alte Choral „Jesus bleibet meine Freude“ gespielt worden. Man habe in der Kirche trotz dieses schweren Schicksalsschlag Hoffnung gespürt. „Wir trauern um unsere Verluste, aber für Christen ist der Tod nur Durchgangsstation zum Leben in der Ewigkeit bei Gott“, so der Theologe.

 

Im Anschluss an das Hauptprogramm hatten die Besucher die Möglichkeit, das Missionsmuseum zu besichtigen oder in der Buchhandlung der Liebenzeller Mission zu stöbern. Musikalisch gestaltet wurde der Christustag von der Band der Studien- und Lebensgemeinschaft. Für Kinder gab es ein extra Programm. Veranstaltet wurde der Christustag von der „Christusbewegung Lebendige Gemeinde“ in Württemberg und der Christusbewegung Baden. Die Bewegungen vernetzen innerhalb der Landeskirche Personen aus Kirchengemeinden, Jugend- und Gemeinschaftsverbänden, Missionswerken und freien Initiativen.