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Dienstag 02. Mai 2017 - 13:00

Luther wäre begeistert gewesen: Jubiläums-Musical des Kinder- und Teeniechors Bad Liebenzell

Luther-Jubiläums-Musical des Kinder- und Teeniechors Bad Liebenzell

BAD LIEBENZELL. Tosenden Applaus gab es bei den beiden Aufführungen des Kinder- und Teeniechors Bad Liebenzell am 27. und 28. April im Liebenzeller Kurhaus. Mit viel Engagement und viel Können führten sie das Musical „Mönsch Martin!“ auf. Das Kindermusical im Frühjahr ist in Bad Liebenzell mittlerweile eine echte Institution geworden.
Passend zum zehnjährigen Jubiläum des Chores ist auch der Inhalt des Musicals mit einem Jubiläum verbunden: Das 500-jährige Jubiläum der Reformation stand Pate für das Musical. In den Liedern und Theaterszenen machten die Kinder das Wirken von Martin Luther lebendig. Rund 760 Besucher waren zu den Aufführungen gekommen.


Zehn Jahre Musical bedeutet auch zehn Jahre Leitung des Chors durch Beate Krause, den sie 2008 ins Leben rief. Immer noch ist sie mit viel Leidenschaft dabei. „Dieses Mal waren 75 Kids und Teens dabei. Dazu 25 ehrenamtliche Mitarbeiter. Jeder Einzelne bringt sich mit seinen Gaben ein, ob im Nähzimmer, im Umschreiben des Drehbuchs, beim Coachen der Schauspieler oder Solosänger, in der Essensausgabe, der Technik, dem Kreativbereich, der live-Band oder wo am nötigsten“. Das begeistert mich jedes Jahr wieder aufs Neue“, sagte die Chorleiterin. Sie freue sich auch sehr über die bewährte und gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bad Liebenzell und der Liebenzeller Mission. Ohne dieses gute Zusammenspiel wären die Musicals nicht möglich, sagte Beate Krause. Dieses Jubiläumsmusical war für Beate Krause ihr vorläufig letztes „großes“ Musical, da sie mit ihrem Mann, für den am 1.1.2018 der Ruhestand beginnt, ebenfalls in „Musicalrente“ geht.

Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht schon von Martin Luther gehört hat. Als Reformator und Kirchenveränderter, als Familienvater und Liederdichter, als Bibelübersetzer und wortgewandter Prediger ist er bis heute bekannt. Aber was trieb Luther an? Das war das Grundthema des Musicals. Luther war auf der Suche nach dem Wesen von Gott – und fand in der Bibel einen Gott voller Liebe und Gnade oder wie es in den Worten eines Musical-Liedes hieß: „Wir haben entdeckt und wir haben gecheckt, dass Gott uns liebt und die Schuld vergibt. Wir müssen nicht beweisen, wie gut wir sind. Jeder, der ihm glaubt, ist sein Lieblingskind.“

Natürlich war auch etwas Geschichtsunterricht beim Musical mit dabei. Die Kinder und Erwachsenen im Publikum hörten staunend zu, wie ein Gewitter Luthers Weg ins Kloster ebnete, warum er die Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug und wie es zur Bibelübersetzung auf der Wartburg kam. Ein großer Moment in der Geschichte der Welt sei es, wenn es ein Mensch wagt, mutig zu sein und seine Meinung sagt, hieß es in einem der Lieder über Martin Luther.

Musikalisch boten die jungen Sängerinnen und Sänger eine große Bandbreite dar: von klassischem Mönchsgesang und mittelalterlicher Folklore bis zu vielen poppigen Pop-Arrangements, die von einer Live-Band begleitet wurden. Sogar einen „95-Thesen-Rap“ hatte der Chor drauf. Zum Abschluss sang der gesamte Chor das vielleicht bekannteste Luther-Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“, unterstützt von einem Blockflöten- und Blechbläser-Ensemble.

Das Musical wurde im Vorfeld mit viel Aufwand vorbereitet. Aus zwei vorhandenen Musicals wurde ein neues eigenes Drehbuch erstellt, Kulissen gebaut und Kostüme genäht, Lieder und Tänze einstudiert. Besonders gut kam beim Publikum an, dass das Musical immer wieder Anlass zum Schmunzeln bot – zum Beispiel, als der Maler Lucas Cranach zu Luther sagte: „Martin, Martin, wenn das so weitergeht, wird man in 500 Jahren noch über dich reden.“ Oder als der Abt mit dem Papst über einen Tablet-PC gattete.

In einem Grußwort erinnerte der Direktor der Liebenzeller Mission, Pfarrer Detlef Krause, an den gesellschaftlichen Einfluss von Martin Luther. Luther habe zum ersten Mal die deutsche Sprache vereinheitlicht, setzte sich stark für Bildung ein und habe wesentlichen Einfluss auf die Musik gehabt, sagte Detlef Krause: „Die Erfindung des deutschen Kirchenlieds geht auf Luther zurück. Durch ihn ist eine erfolgreiche Singbewegung entstanden. Ich glaube, Luther wäre begeistert gewesen, wenn er heute dieses Musical miterlebt hätte.“

Wer das Musical verpasst hat, hat am Pfingstmontag, 5. Juni noch einmal die Gelegenheit. Im Rahmen des Luthertags gibt es um 11:30 Uhr im Missions- und Schulungszentrum eine weitere Aufführung.