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Dienstag 04. April 2017 - 12:00

Flüchtlinge und Einheimische leben bald unter einem Dach: Spatenstich für die Hoffnungshäuser in Bad Liebenzell erfolgt

Spatenstich für die Hoffnungshäuser in Bad Liebenzell

BAD LIEBENZELL. Der Bau von zwei Hoffnungshäusern zur Integration von Geflüchteten und für studentisches Wohnen in der Hindenburgstraße in Bad Liebenzell hat begonnen. Am 3. April fand der Spatenstich für das Projekt statt. Mit dabei waren Projektbeteiligte, Nachbarn und Gäste. Die Fertigstellung der Hoffnungshäuser ist bis September vorgesehen.

Die beiden dreigeschossigen Häuser entstehen auf einem Grundstück der Liebenzeller Mission, die zugleich Projektpartner vor Ort ist. Die Hoffnungsträger Stiftung hat das Gelände gepachtet, auf dem sie die Hoffnungshäuser baut, und trägt die Baukosten von rund 2,25 Millionen Euro. Die Räume in beiden Häusern haben unterschiedliche Zuschnitte. Bis zu 56 Personen können dort in elf Wohneinheiten untergebracht werden.
Für die Integration von Geflüchteten hat die Hoffnungsträger Stiftung ein eigenes Konzept entwickelt. Neben dem integrativen Wohnen von Einheimischen und Flüchtlingen sieht es auch Angebote für Sprachbildung, Ausbildung und Beschäftigung vor. Eingebettet sind die Aktivitäten in ein breites lokales Netzwerk ehrenamtlichen Engagements. In Leonberg gibt es bereits ein solches Hoffnungshaus. Dafür wurde allerdings eine bestehende Immobilie gekauft und umgebaut. Weitere Hoffnungshäuser in Holzbauweise sind aktuell für Esslingen, Schwäbisch Gmünd und Sinsheim projektiert und befinden sich teilweise schon in Bau. Im Laufe dieses und der nächsten Jahre sollen zusätzliche Standorte hinzukommen.
Einen Teil der Wohnungen in Bad Liebenzell werden Studierende der Internationalen Hochschule Liebenzell und der Interkulturellen Theologischen Akademie belegen. Schon jetzt engagieren sich rund 40 Studierende der Liebenzeller Mission für Flüchtlinge in Bad Liebenzell. Ein Mitarbeiter-Ehepaar der Liebenzeller Mission wird die inhaltlichen Angebote in den Hoffnungshäusern leiten.
Gemeinsam mit dem Städtebau-Institut der Universität Stuttgart und dem Architekturbüro andOffice hat die Hoffnungsträger Stiftung eine zeitgemäße, preiswerte und zukunftsweisende Lösung für die Hoffnungshäuser gefunden. Sie zeichnen sich aus durch ihre modulier Bauweise, ihre Flexibilität, die Verwendung von Holz als zentralem Baustoff und ihre Nachhaltigkeit. Sie sind darüber hinaus optisch ansprechend und schnell zu bauen. Im Innern gibt es Gruppen- und Individualräume, was den integrativen Ansatz fördert. Die Hoffnungshäuser sind nicht für eine temporäre, sondern für eine dauerhafte Nutzung vorgesehen. Eine Weiternutzung auf dem freien Wohnungsmarkt ist längerfristig ebenfalls denkbar.

„Uns ist es wichtig, dass die Hoffnungshäuser Orte werden, wo Menschen miteinander ihren Alltag gestalten und Leben teilen: Geflüchtete, Einheimische und Studenten gemeinsam“, sagte Stiftungsvorstand Marcus Witzke. Er freue sich auf den langen gemeinsamen Weg, den die Hoffnungsträger gemeinsam mit der Liebenzeller Mission als Projektpartner beschreiten.

Der Direktor der Liebenzeller Mission, Pfarrer Detlef Krause, sprach davon, dass das Missionswerk gerne in das Leben von Menschen investiere: „Wir sind davon überzeugt, dass Gott jeder Mensch wichtig ist – egal welcher Hautfarbe, sozialen Schicht, welcher Kultur und Sprache er zuzuordnen ist. Wir möchten Menschen helfen, ein neues Zuhause zu finden.“

Von einer „Win-win-win-Situation“ sprach Norbert Weiser, Dezernent für Jugend, Soziales und Integration beim Landratsamt Calw. „Asylbewerber, Stadt, Landkreis, Studenten und Bürger: Alle profitieren von diesem Projekt.“ Wichtig seien die Häuser als Schritt „weg von der reinen Unterbringung und Versorgung hin zur Integration“, so Weiser.

Stolz und glücklich zeigte sich Bürgermeister Dietmar Fischer über den Spatenstich für die beiden Hoffnungshäuser. Dankbar sei er über das große ehrenamtliche Engagement der Liebenzeller Bürger für die Flüchtlinge, z. B. durch den Arbeitskreis Asyl und Studierende der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL). Bad Liebenzell habe prozentual gesehen die meisten Flüchtlinge im Landkreis aufgenommen. „Dass das bei uns so gut funktioniert, wäre ohne den Einsatz vieler Ehrenamtlicher nicht möglich.“