Sie sind hier: Home

Podcast, TV und RSS - Regelmäßig informiert sein!

Podcast „imPuls" - Predigten, Veranstaltungen, Specials


Fernsehen - Magazin „weltweit – am Leben dran“ 


RSS - Nachrichten abonnieren

Dienstag 18. Juni 2013 - 08:26

Mission im Wandel

Wissenschaftliche Tagung der Forschungsstelle Interkulturalität und Religion

Mission im Wandel

BAD LIEBENZELL. Mission ist im Wandel. Zum ersten Mal veranstaltete die Forschungsstelle Interkulturalität und Religion der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) ein Symposium. Das Thema lautete „Der Paradigmenwechsel in der Weltmission“. Insgeamt elf Theologen, Missionswissenschaftler und Sozialwissenschaftler hielten Vorträge über die Chancen und Herausforderungen von Missionsbewegungen, die von den Kirchen des Südens ausgehen.

Dr. John Azumah, Professor für Weltchristenheit und Islam am Columbia Theological Seminary in den USA, machte auf den nötigen Dialog zwischen afrikanischen und europäischen Christen aufmerksam. Die afrikanische Kirche könne die europäische daran erinnern, was sie schon lange vergessen habe. Der ehemalige Leiter des Zentrums für islamische Studien in London kommt ursprünglich aus Ghana (Westafrika). „Theologie ist nicht das Monopol der Gebildeten und Reichen. Theologie beginnt im Grunde genommen schon, wenn eine Mutter für ihr krankes Kind betet“.

Prof. Dr. Jürgen Schuster, Leiter der Forschungsstelle und Dozent an der IHL, beteiligte sich ebenso wie sein Kollege Prof. Dr. Bernd Brandl mit einem eigenen Referat an der Bearbeitung des Themas. Anschließend an die einzelnen Vorträge bot sich den Teilnehmern die Möglichkeit, sich mit kritischen Rückfragen und weiterführenden Anregungen an der Diskussion zu beteiligen.

Den Dialog über die Grenzen hinweg hob auch Prof. Dr. Volker Gäckle, Rektor der IHL, hervor: „Mission verpflichtet zur Interkulturalität. Wir halten es für eines der wichtigsten Themen des 21. Jahrhunderts“. Deshalb sei dies auch in den Studiengängen der IHL fest verankert, sowie in der weiteren Ausbildungsstätte der Liebenzeller Mission, der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA). „Mit dem dualen Studiengang an der ITA streben wir an, Menschen früher, zügiger, schneller in das Einsatzland zu begleiten“, so Gäckle.

„Mission heißt nicht mehr, dass der Westen sich an den Rest der Welt richtet, sondern, dass die ganze Kirche die ganze Welt anspricht“, sagte Dr. Lazarus Phiri in seinem Vortrag über die Missionsbewegungen der afrikanischen Kirche nach Europa. Der Rektor des Theological College of Central Africa nannte dabei aber auch Herausforderungen der Kirche seiner Heimat wie beispielsweise Aufklärung über HIV.

Der öffentliche Vortrag am Freitagabend zum Thema „Beten Christen und Muslime den gleichen Gott an? Eine afrikanische Antwort“ war neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung stark geprägt von der Biografie des Referenten John Azumah. Er entfaltete seine Antwort als persönlich Betroffener, dessen Verwandtschaft in Ghana dem Islam angehört.

Das Symposium wie auch der öffentliche Vortrag fanden im Missions- und Schulungszentrum der Liebenzeller Mission statt. Die Forschungsstelle Interkulturalität und Religion hat sich zum Ziel gesetzt, Beiträge zum interkulturellen und religiösen Dialog zu leisten, sowie missionswissenschaftliche, ethnologische und religionswissenschaftliche Daten und Forschungsergebnisse im Blick auf ihre Relevanz für christliche Kirchen und deren Arbeit in interkulturellen und interreligiösen Kontexten auszuwerten. Auf diese Weise möchte die Forschungsstelle christliche Kirchen in ihrer Fähigkeit zur Reflexion und in der Entwicklung von kulturell relevanten Antworten auf vorhandene Probleme fördern.