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Donnerstag 29. August 2019 - 08:55

Wunder der Freiheit und Einheit

LÜCHOW. Eine scheinbar nicht enden wollende Schlange von Autos schiebt sich langsam durch unsere sonst eher ruhige Kleinstadt. Erst ein paar Minuten ist es her, dass sie über die Grenze gefahren sind. Eine Grenze, von der viele dachten, dass sie „für immer“ sei. In den Gesichtern der Menschen ist eine tiefe Bewegung zu sehen. Die gleiche Bewegung sehe ich ein paar Tage später im Gesicht meines Vaters, als ich mit ihm zum ersten Mal in meinem Leben nach Salzwedel fahre – die Stadt auf der anderen Seite. Ich war damals erst drei Jahre alt, aber ich spürte etwas von dem Besonderen, was da passierte. Ich spürte etwas von dem Wunder.

Wunder
Jahrzehnte lang war unser Land geteilt und plötzlich war die Mauer gefallen und die Grenze offen. Was für ein Wunder! In diesem Jahr feiern wir 30 Jahre Wunder der Freiheit und Einheit. Doch manchen scheint gar nicht nach Feiern zu Mute zu sein. 30 Jahre sind eine lange Zeit. Einige von den Jüngeren wissen gar nicht mehr viel von diesem Wunder, weil sie in der Schule und in ihren Familien nicht viel darüber gehört haben. Manche von den Älteren schauen mit großer Sorge auf die Herausforderungen, die uns die Wiedervereinigung gebracht hat. Wo ist da das Staunen über dieses Wunder? Wo ist die tiefe Bewegung über das, was Gott in unserem Land getan hat?

Bewegung
Vor ein paar Wochen habe ich sie mal wieder gespürt – diese tiefe Bewegung. Ich war bei UPGRADE – dem Gnadauer Zukunftskongress. In meiner Pension war ich morgens beim Frühstück von lauter Sachsen umgeben. Meine Augen füllten sich mit Tränen, denn mir wurde seit langer Zeit mal wieder dieses Wunder bewusst. Was für ein Geschenk, dass wir als Christen in unserem Land heute gemeinsam unterwegs sein dürfen – Ost und West. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Verantwortung
Dieses Wunder der Einheit bringt für uns als Christen aber auch eine Verantwortung mit sich. Paulus fordert uns dazu auf, für die Verantwortungsträger in unserem Land zu beten (1. Timotheus 2,2). Nach wie vor stehen unsere Politiker im Blick auf Ost und West vor großen Herausforderung und auch unsere Gesellschaft hat noch einen Weg zu gehen – in finanziellen, sozialen, politischen, wirtschaftlichen, geistlichen und zwischenmenschlichen Fragen.

Gebetswanderung
Deshalb haben sich unterschiedliche Organisationen entschlossen, dass sie sich gemeinsam auf den Weg machen wollen – und zwar im geistlichen und ganz praktischen Sinne. In der Zeit vom 3. Oktober bis zum 9.November wird es eine Gebetswanderung durch Deutschland geben. Start ist in Lübeck (Schleswig-Holstein) und in Plauen (Sachsen). Am 9. November werden sich die beiden Gruppen dann im Harz auf dem Brocken treffen. Die Strecke geht entlang der ehemaligen Grenze. Überschrift für diese Wanderung ist „Verstehen, Versöhnen, Verantwortung übernehmen“. Unterwegs wird gebetet. Und auch in den Gemeinden, wo man übernachtet, gibt es immer wieder Gebetsveranstaltungen. Gemeinsam mit dem Liebenzeller Gemeinschaftsverband hat die  Liebenzeller Mission für die Woche vom 07.-14. Oktober die Streckenverantwortung für die Nordroute übernommen. Freuen würden wir uns, wenn noch viele andere mitlaufen – in „unserer“ Woche oder in einer anderen Woche – egal ob für einen Tag, ein Wochenende, eine Woche oder für die ganze Zeit. Mehr Infos gibt’s hier im Video oder direkt unter www.3-oktober.de

Gebet und Kerzen
Eine andere Möglichkeit, das Wunder der Freiheit und der Einheit zu feiern, wäre eine Veranstaltung in der eigenen Gemeinde oder mit der gesamten örtlichen Allianz. Ein wesentlicher Faktor für die Wende in unserem Land waren die Friedensgebete. Tausende gingen auf die Straßen – mit Gebet und Kerzen. Wie wäre es, den Tag der Deutschen Einheit gemeinsam zu feiern – zum Beispiel auf dem Marktplatz – mit Gebet und Kerzen. Wie wäre es, Gott gemeinsam zu danken für das Geschenk der Freiheit und der Einheit. Wie wäre es, gemeinsam zu beten für die Zukunft unseres Landes, für unsere Politiker, für ein geistliches Aufwachen, für alle Herausforderungen, vor denen wir stehen und dafür, dass von unserem Land ein Segen ausgeht in andere Länder – nach Europa und in die ganze Welt. Mehr Infos – auch mit konkreten Gestaltungsideen – ebenfalls unter www.3-oktober.de

Tag der Deutschen Einheit 2019
Lange Jahre war – trotz meiner engen Verbundenheit zur ehemaligen Grenze – der Tag der Deutschen Einheit nichts weiter als ein willkommener Feiertag für mich. In diesem Jahr möchte ich ihn ganz bewusst nutzen, um unseren Gott zu feiern, ihm neu zu danken für dieses Wunder und ihn zu bitten um seinen Segen für unser Land.

Britta Greiff


Ansprechpartner der Liebenzeller Mission für die Gebetswanderung:
Esther Kenntner (Dozentin an der Internationalen Hochschule Liebenzell)
esther.kenntner@liebenzell.org