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Bruder Andrew/Al Janssen
Verräter ihres Glaubens
Das gefährliche Leben von Muslimen, die Christen wurden
Paperback, 416 Seiten, € 12,95
Ahmed hatte es einfach nicht mehr ausgehalten. Jesus faszinierte ihn so, dass der junge Mann in der Moschee öffentlich eine Frage stellte. Eine gefährliche Frage. Den Schlägen und Misshandlungen seiner Familie konnte er nach einigen Tagen entkommen. Doch wohin jetzt? Er musste untertauchen. Bald trifft er Mustafa, der zur örtlichen Muslimbruderschaft gehört. Ahmed traut seinen Ohren nicht, als Mustafa ihm von seiner Sehnsucht erzählt, die die Evangelien in ihm ausgelöst haben. Im Auftrag seiner islamistischen Gruppe sollte Mustafa eine Streitschrift schreiben, welche die Fehler des Neuen Tesaments darstellt und die Gültigkeit des Korans betont. Das konnte er nicht tun, ohne die Evangelien vorher zu lesen, meinte Mustafa. Noch mehr junge Männer und Frauen stoßen in kurzer Zeit zu ihnen - sie alle müssen untertauchen, brauchen eine Bleibe, etwas zu essen und Arbeit. Vorsichtig suchen sie nach einem Ausweg. Doch es könnte sie das Leben kosten ...
Dies ist ihre atemberaubende Geschichte, die sie ihrem Freund Bruder Andrew erzählt haben.
Aus dem Inhalt:
Layla versuchte verzweifelt, mit ihren Augen ihrer Mutter eine Botschaft zu senden. Sie war, bis auf die Augen, vollkommen von einer schwarzen Abbeya verhüllt. Ihre Mutter versuchte, die Gefühle in den Augen zu lesen. Angst? Und wie. Traurigkeit? Auch das. Widerstand? Vielleicht etwas, aber er bröckelte. Aber wie lange sollte ihre Tochter unter diesen Umständen auch nur innerlich Widerstand leisten können?
Ihr Vater hielt seine Wut mühsam im Zaum. Er hatte den Rat des Priesters befolgt und über seinen Schwager ermittelt, wo seine Tochter sich aufhielt - in einem 25 Kilometer von Suq al Khamis entfernten Dorf. Wie er vermutet hatte, ging die Entführung auf einen entfernten Cousin zurück. Er traute seinem Schwager nicht über den Weg, glaubte aber, dass er selber nichts mit der Tat zu tun hatte. Die Familie, die Layla gefangen hielt, hatte prompt behauptet, dass das Mädchen seine Eltern nicht sehen wollte. Aber er war hartnäckig geblieben. “Ich will selber sehen, wie es meiner Tochter geht”, hatte er gesagt.
Und jetzt standen sie also zusammen in dem winzigen Bauernhaus. Zu beiden Seiten seiner Tochter standen zwei junge Männer, ein dritter stand hinter ihr. In der Nähe standen noch mehr Männer. Man hatte den Gästen nichts zu essen oder zu trinken angeboten, und es waren keine anderen Frauen zu sehen.
“Layla, geht es dir gut?” fragte der Vater. Layla war zu dem Ergebnis gekommen, dass ihre einzige Hoffnung darin bestand, nichts zu sagen. Sie nickte stumm. Was hätte sie auch sagen sollen? Dass sie sie geschlagen hatten, dass sie vierzehn bis sechzehn Stunden am Tag auf dem Hof arbeiten musste und in einem Schuppen schlief, den sie jedes Mal abschlossen? Die Familie, die sie gefangen hielt, hatte ihr die furchtbarsten Dinge angedroht, falls sie etwas sagte. Sie würden ihre Eltern töten und sie selber so bestrafen wie noch nie. Und sie wusste: Sie würden Ernst machen. “Ich möchte wissen, warum ihr meine Tochter entführt habt”, sagte der Vater zu den Männern neben Laylo. “Du siehst das falsch”, sagte ein älterer Mann. “Sie ist freiwillig zu uns gekommen.” Er zeigte auf den jungen Mann, der direkt hinter Layla stand. “Mein Sohn hat die junge Dame hierher gebracht, weil sie ihn liebt. Sie hat ihm gesagt, dass sie eine Muslimin werden möchte. Wir unterweisen sie im Weg des Islam.”
Layla wollte am liebsten laut schreien, dass das alles Lügen waren. Aber als ihr Vater sie ansah und leise fragte: “Ist das wahr?”, spürte sie etwas Spitzes in ihrem Rücken. Sie wusste, was es bedeutete: Jetzt musste sie ihren Spruch sagen. Aber sie selber war gleichsam weit weg, als ihre Stimme zitternd die Worte sprach: “Ich bin zum Islam übergetreten. Ich habe den anderen Weg gefunden.”
Leserkreis
- Frauen und Männer ab 18 Jahren, die sich für spannende Lebensberichte interessieren
- Leser, die wissen wollen, wie Christen in islamischen Ländern leben
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